Das Herzkatheterlabor am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach feiert sein zehnjähriges Bestehen und ist heute eine tragende Säule der Herz- und Gefäßmedizin im Landkreis Karlsruhe.
15.000 Eingriffe, ein Team: Zehn Jahre Herzkatheterlabor in Langensteinbach
Seit dem 1. April 2016 schlägt im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ein Herz für die Gefäßmedizin: das klinikeigene Herzkatheterlabor. Was vor zehn Jahren als logischer nächster Schritt begann, ist heute ein Eckpfeiler der medizinischen Versorgung. Rund 15.000 Eingriffe hat das mittlerweile zehnköpfige Team um Chefarzt Dr. Ralph Oberacker seitdem durchgeführt, bei voller Bereitschaft rund um die Uhr.
Von der Notaufnahme zum eigenen Labor
Kathetergestützte Verfahren haben am Standort eine lange Tradition. Schon die vorangegangenen Chefärzte der Inneren Medizin behandelten verengte Gefäße auf diesem Weg. Bei einem solchen Eingriff führen Ärzt:innen einen dünnen, biegsamen Kunststoffschlauch über ein Blutgefäß bis zum Herzen oder zu anderen Gefäßabschnitten. So lassen sich Engstellen erkennen, Durchblutungsstörungen messen und im selben Eingriff oft auch behandeln.
Viele Patient:innen mit akuten Herzerkrankungen fanden früher über die Notaufnahme den Weg ins Haus. Eine eigene Anlaufstelle für gefäßmedizinische Eingriffe war der logische nächste Schritt. Dr. Oberacker, damals Oberarzt und Ärztlicher Leiter der 2011 eröffneten Zentralen Notaufnahme, trieb den Aufbau von Beginn an mit voran. An den ersten Eingriff nach der Eröffnung erinnert er sich noch heute: eine Operation am Herzen.
Heute behandelt das Team jährlich rund 1.600 Patient:innen. Vor allem die arterielle Verschlusskrankheit in Beinen und Armen steht im Fokus: Allein 1.000 Beininterventionen führt das Team pro Jahr durch. Die restlichen Eingriffe entfallen auf kardiologische Eingriffe, darunter rund 150 Herzschrittmacher-Implantationen jährlich.
Interdisziplinär zum Erfolg
Das Herzkatheterlabor ist eingebettet in das Zertifizierte Gefäßzentrum des Klinikums. Hier arbeiten die Abteilungen Innere Medizin, Gefäßchirurgie, Neurologie und Radiologie eng zusammen. Die Gefäßchirurgie operiert offen und endovaskulär. Die Radiologie übernimmt zeitkritische Thrombektomien bei Schlaganfällen und Stentimplantationen an den Halsgefäßen.
Ein Team, das bleibt
Dass viele Teammitglieder seit Jahren im Herzkatheterlabor arbeiten, spricht für die Qualität und für das Miteinander. Der Weg dorthin war kein Selbstläufer: Medizinische Fachangestellte, Pflegekräfte und ärztliche Mitarbeitende mussten sich in komplexe Geräte einarbeiten, Prozesse aufbauen und laufend verbessern. Alles mit einem Ziel: ihre Patient:innen bestmöglich zu behandeln.
„Eines unserer Erfolgsrezepte ist unser Team“, sagt Oberacker. Und meint damit nicht nur die Fachkompetenz jedes Einzelnen: „Uns allen macht die Arbeit hier Freude, die Stimmung ist gut. An manchen Tagen verbringen wir mehr Zeit im Herzkatheterlabor als bei unseren Familien.“ Er schmunzelt und wird dann ernst: „Wir haben vielen Menschen helfen können. Darauf sind wir stolz.“

Dr. med. Ralph Oberacker setzt einen Herzschrittmacher ein.