SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach macht am Welt-Delir-Tag auf unterschätztes Krankheitsbild aufmerksam
Wenn Verwirrtheit zur Gefahr wird
Das Delir gehört zu den häufigsten Komplikationen im Krankenhaus, wird aber oft zu spät erkannt. Am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach arbeiten Neurologie, Neurologische Frührehabilitation und Psychiatrie eng zusammen, um betroffene Patient:innen frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu behandeln.
Plötzliche Unruhe, Orientierungsverlust, Halluzinationen: Was Angehörige und Pflegekräfte erschreckt, kann ein Delir sein – eine akute Störung des Bewusstseins, die sich innerhalb von Stunden entwickeln kann. Betroffen sind vor allem ältere Patient:innen nach Operationen, bei schweren Erkrankungen oder auf Intensivstationen. Am 11. März, dem Welt-Delir-Tag, macht das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach auf dieses häufig unterschätzte Krankheitsbild aufmerksam.
Jedes Delir ist ein Notfall
Trotz seiner Häufigkeit wird das Delir in vielen Krankenhäusern nicht konsequent erfasst und dokumentiert. Auch Ergebnisse aus den Peer Reviews der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zeigen: Standardisierte Assessments fehlen, die Übergabedokumentation ist oft lückenhaft und die Abgrenzung zwischen Delir und Demenz nicht immer klar. Das kann schwerwiegende Folgen haben – für den Behandlungsverlauf, die Patientensicherheit und die langfristige Prognose der Betroffenen.
Interdisziplinäre Versorgung am Standort Karlsbad-Langensteinbach
Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist mit seinen spezialisierten Fachabteilungen auf die Versorgung von Patient:innen mit Delir besonders gut vorbereitet. In der zertifizierten überregionalen Stroke Unit werden jährlich mehr als 500 Schlaganfallpatient:innen behandelt – eine Patientengruppe mit erhöhtem Delirrisiko. Die Neurologische Frührehabilitation betreut zudem Patient:innen nach schweren neurologischen Erkrankungen, bei denen delirante Zustände häufig auftreten. Ergänzt wird diese Expertise durch die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie. Die kurzen Wege zwischen den Fachabteilungen und die gebündelte Kompetenz im Haus ermöglichen eine rasche Erkennung und gezielte Behandlung.
Darüber hinaus bietet das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach regelmäßig hochspezialisierte Weiterbildungen in den Bereichen Stroke Nurse und Neurologische Frührehabilitation an und investiert damit gezielt in die fachliche Qualifikation seiner Mitarbeitenden.
„Das Delir ist eine ernsthafte Komplikation, die wir in unserer täglichen Arbeit aufmerksam im Blick haben. Gerade die enge Zusammenarbeit von Neurologie, Frührehabilitation und Psychiatrie an einem Standort ist ein großer Vorteil für unsere Patient:innen", sagt Prof. Dr. Sibu Mundi, Chefarzt der Abteilung Neurologie und Ärztlicher Direktor des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach.
Neue S3-Leitlinie und IQM-Schulungskonzept
Auch auf fachpolitischer Ebene bewegt sich das Thema: Kürzlich wurde die neue S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter” veröffentlicht. Sie ist die erste umfassende, interdisziplinär-interprofessionelle Handlungsempfehlung zu Prävention, Diagnostik und Therapie des Delirs bei älteren Menschen. Parallel dazu hat die IQM ein strukturiertes Schulungskonzept entwickelt, das die Erfassung, Dokumentation und interprofessionelle Kommunikation verbessern soll. Die ersten drei Module zu Grundlagen, Risikoeinschätzung und Assessment stehen den Mitgliedshäusern bereits zur Verfügung.
Bundesweite Mitmachaktion wird fortgeführt
Am Welt-Delir-Tag startet zudem die zweite Runde der IQM-Aktion „Flagge zeigen für mehr Delir Awareness”. Seit dem Start im vergangenen Jahr war die Flagge in rund 30 Krankenhäusern deutschlandweit im Einsatz und wurde von zahlreichen Mitarbeitenden unterzeichnet – ein sichtbares Zeichen für das wachsende Engagement. Die neue Runde beginnt am 11. März 2026 am Universitätsklinikum Ulm.
