Unsere Bobath-Expertin Gabi Jacobs spricht in ihrer Fortbildung zum vestibulären System über die Zusammenhänge zwischen Augen, Innenohr, Füßen und Gleichgewicht.

Unsere Bobath-Expertin Gabi Jacobs referierte in einer praxisnahen Fortbildung über das vestibuläre System und die komplexen Zusammenhänge zwischen Augen, Innenohr, Füßen und Gleichgewicht.
Mit großer Fachkompetenz und spürbarer Leidenschaft gestaltete die Bobath-Instruktorin die Fortbildung interaktiv für Mitarbeitende aus Pflege, Therapie und Ärztlichem Dienst. In praktischen Übungen konnten die Teilnehmenden selbst erfahren, wie stark das Gleichgewicht von sensorischen Reizen abhängt: Das Stehen auf einem Bein gelingt mühelos, bis die Augen geschlossen werden und die Balance deutlich nachlässt.
„Wir brauchen das Großhirn nicht unbedingt zum Stehen und Gehen, weil viele Signale über das Kleinhirn laufen“, erklärt Gabi Jacobs. Diese Erkenntnis ist besonders relevant für die Behandlung schwerbetroffener neurologischer Patient:innen und gibt Anlass zur Hoffnung.
Fundierte Fachkenntnis für die bestmögliche Behandlung
Das vestibuläre System aktiviert die Antigravitationsmuskulatur und ist essenziell für eine aufrechte Haltung und sicheres Gehen. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel der Sinnesorgane, insbesondere von Augen und dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Auch die Füße spielen eine entscheidende Rolle: Regelmäßige Reize an den Fußsohlen fördern die Aktivität wichtiger Rezeptoren, die ans Kleinhirn melden und damit die Gleichgewichtsfunktion unterstützen.
Gabi Jacobs betont daher die Bedeutung gezielter Stimulation im Pflege- und Therapiealltag: „Berührungen an den Füßen sind besonders wertvoll und sollten aktiv in die Behandlung integriert werden.“ Die erfahrene Fachkrankenschwester ist Pflegeinstruktorin Bobath BIKA für Grund- und Aufbaukurse und begleitet die praktische Umsetzung des Bobath-Konzepts in der neurologischen Frührehabilitation unseres Klinikums.
Das Bobath-Konzept orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten der Patient:innen und unterstützt sowohl die Bewegungsanbahnung als auch die Teilhabe am täglichen Leben. Daher ist es unser Ziel, die therapeutisch aktivierende Pflege nach Bobath noch stärker im Behandlungsalltag zu verankern.


