
Ihr Knie ist einzigartig. Deshalb planen und operieren wir Ihr künstliches Kniegelenk mit dem roboter-assistierten System ROSA: exakt abgestimmt auf Ihre Anatomie, geführt von unseren erfahrenen Kniespezialist:innen.

Was ist das ROSA Knee System?
ROSA steht für „Robotic Surgical Assistant“, zu Deutsch: roboter-assistierter Operationsassistent. Das System unterstützt unser OP-Team dabei, Ihr künstliches Kniegelenk so präzise wie möglich zu planen und einzusetzen. Denn wie gut ein neues Knie funktioniert, hängt wesentlich davon ab, wie exakt das Implantat sitzt und wie gut es zu Ihrer persönlichen Anatomie und Ihrer Bandspannung passt.
Seit Juli 2026 setzen wir ROSA am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach beim Kniegelenkersatz ein. Sie können es sich so vorstellen, als stünde ein zweiter Experte mit im OP-Saal: Das System liefert Daten und Messwerte, die Entscheidungen trifft Ihr Operateur.

Wir kombinieren unsere langjährige Erfahrung als Kniespezialisten mit modernster Technik. ROSA gibt uns präzise Daten an die Hand und hilft uns, jeden Eingriff noch individueller auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

Wie läuft die roboter-assistierte Knie-Operation ab?
Vor dem Eingriff: Ihr Knie als 3D-Modell
Auf Basis von Röntgenaufnahmen entsteht ein dreidimensionales Modell Ihres Knies. Anhand dieses Modells plant Ihr Operateur den Eingriff im Voraus: die passende Größe des Implantats, seine exakte Position und die Ausrichtung Ihrer Beinachse. So wissen wir schon vor dem ersten Schnitt, was Sie erwartet.
Während des Eingriffs: Messdaten in Echtzeit
Im OP erfasst ROSA über eine Kamera und kleine optische Marker die exakte Position Ihres Knies, ähnlich einem hochpräzisen Navigationssystem. Bewegt sich Ihr Bein auch nur um Bruchteile eines Zentimeters, erkennt das System dies sofort und gleicht es aus. Während der Operation liefert es fortlaufend Messwerte, etwa zur Spannung Ihrer Bänder. So kann Ihr Operateur das Implantat exakt ausrichten, den Sitz direkt überprüfen und letzte Feinanpassungen vornehmen, bevor der Eingriff beendet wird. Knochen und Weichteile können dadurch besonders schonend behandelt werden.

Operiert der Roboter allein? Nein, und das ist uns wichtig
Der Roboterarm bewegt sich ausschließlich dann, wenn Ihr Operateur ihn dazu auffordert. Nach dessen Freigabe führt er hochpräzise Knochenschnitte aus, alles Weitere liegt in den Händen unserer orthopädischen Chirurginnen und Chirurgen. Ihr Operateur ist während des gesamten Eingriffs im Saal und trifft jede Entscheidung selbst.

Wann ist ein künstliches Kniegelenk sinnvoll?
In einem gesunden Knie polstert Knorpel die Knochen und lässt das Gelenk reibungsarm gleiten. Bei einer Kniearthrose (Gonarthrose) nutzt sich dieser Knorpel ab, die Knochen reiben aneinander. Die Folge sind Schmerzen und Steifigkeit, die mit der Zeit zunehmen. Neben dem natürlichen Verschleiß können Fehlstellungen, Rheuma, Stoffwechselerkrankungen oder frühere Verletzungen die Arthrose begünstigen.
Ein künstliches Kniegelenk kommt in Frage, wenn:
- konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Medikamente oder Injektionen ausgeschöpft sind
- Schmerzen auch in Ruhe oder nachts auftreten
- Ihre Gehstrecke und Beweglichkeit deutlich eingeschränkt sind
- die Arthrose im Röntgenbild weit fortgeschritten ist
- Ihre Lebensqualität spürbar leidet
Wichtig: Nicht jedes Knie braucht sofort ein neues Gelenk. Ob und wann eine Operation für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen, nach gründlicher Untersuchung und ehrlicher Beratung.

Ihr Weg bei uns: von der Sprechstunde bis zur Reha
- Erstvorstellung: Untersuchung, Bildgebung, ausführliches Gespräch über Beschwerden und Ziele
- Gemeinsame Entscheidung: Wir besprechen alle Optionen, konservativ wie operativ
- Vorbereitung: Anästhesie-Gespräch, Prüfung Ihrer Medikamente, Tipps zur körperlichen Vorbereitung. Sagen Sie uns, wenn Sie rauchen oder aktuell zahnärztlich behandelt werden, beides kann Heilung und Infektionsrisiko beeinflussen
- Die Operation: Roboter-assistiert durch unser erfahrenes Team, in der Regel unterstützt durch moderne Schmerzkonzepte
- Frühe Mobilisation: Meist stehen Sie noch am OP-Tag oder am Folgetag wieder auf, begleitet von unserer Physiotherapie direkt im Haus
- Entlassung und Reha: Wir organisieren mit Ihnen die passende Anschlussrehabilitation und bleiben Ansprechpartner für die Nachsorge
Tipp für zu Hause: Bereiten Sie Ihre Wohnung vor der OP vor: Stolperfallen entfernen, häufig genutzte Dinge in Reichweite stellen, rutschfeste Matten im Bad, feste Schuhe zum Hineinschlüpfen. Eine ausführliche Checkliste erhalten Sie von uns im Vorgespräch.

Ihre Genesung: realistisch und gut begleitet
In den ersten Tagen ist das Knie geschwollen und druckempfindlich, das ist normal und Teil der Heilung. Eine gute Schmerztherapie hilft Ihnen, früh in Bewegung zu kommen, denn genau das fördert Durchblutung und Beweglichkeit. Zunächst gehen Sie mit Gehhilfen, Ihr Behandlungsteam sagt Ihnen, wann Sie darauf verzichten können. Wie schnell Sie wieder Auto fahren, arbeiten oder Sport treiben können, hängt von Ihrem individuellen Verlauf ab. Geben Sie sich Zeit: Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg zurück in den aktiven Alltag, und wir begleiten Sie dabei.

Risiken und Grenzen, offen angesprochen
Zu einer ehrlichen Beratung gehört auch das: Wie jeder chirurgische Eingriff birgt der Gelenkersatz Risiken, etwa Infektionen, Blutgerinnsel oder in seltenen Fällen Probleme mit dem Implantat. Auch hält kein künstliches Gelenk ewig; moderne Knieendoprothesen erreichen häufig eine Nutzungsdauer von rund 15 Jahren und mehr, eine Garantie gibt es jedoch nicht. Ihr Operateur bespricht alle Risiken ausführlich mit Ihnen und erklärt, wie wir sie gezielt minimieren. Diese Offenheit ist Teil unseres Selbstverständnisses: Sie sollen die beste Entscheidung für sich treffen können.

Häufige Fragen zum roboter-assistierten Kniegelenkersatz
Trifft der Roboter Entscheidungen?
Nein. ROSA bewegt sich nur auf Anweisung Ihres Operateurs und führt nach dessen Freigabe präzise Knochenschnitte aus. Alle Entscheidungen trifft Ihr ärztliches Team.
Ist die roboter-assistierte OP für mich geeignet?
Das klären wir individuell in der Sprechstunde. Grundlage sind Ihre Anatomie, Ihr Gesundheitszustand und der geplante Eingriff.
Entstehen mir Zusatzkosten?
Der Kniegelenkersatz ist eine Regelleistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Für den Einsatz der Robotik entstehen Ihnen keine Zusatzkosten.
Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?
In der Regel wenige Tage. Die Mobilisation beginnt meist schon am OP-Tag. Den genauen Ablauf besprechen wir persönlich mit Ihnen.
Wie lange hält ein künstliches Kniegelenk?
Das ist individuell verschieden und hängt unter anderem von Aktivität und Körpergewicht ab. Viele moderne Implantate halten 15 Jahre und länger.