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Im schlimmsten Fall droht Querschnitt

31.05.2019

Spinalkanalstenosen gehören zu den häufigsten Wirbelsäulenerkrankungen im Alter. Rückenexperte referiert am 6. Juni im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach zum Thema.


Tobias Pitzen

Die Verengung des Wirbelkanals, die sogenannte Spinalkanalstenose, hat eine Kombination aus angeborenen und erworbenen Faktoren zur Ursache. Bei einer Wirbelkanalverengung leiden die meisten Betroffenen unter einer schleichenden Belastungsanfälligkeit der Beine. Sie können nur noch kurze Strecken gehen und nicht mehr lange stehen. Die Beine fühlen sich schwer und müde an. Charakteristisch sind Schmerzen, die beim Gehen und vor allem bei bestimmten Bewegungen auftreten. Rückenexperte Professor Tobias Pitzen, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, informiert am 6. Juni ab 19 Uhr über Ursachen, Diagnostik und Therapie der Spinalkanalstenose.

Fast jeder fünfte Patient über 60 mit Rückenbeschwerden leidet unter einer Wirbelkanalverengung. Denn: Im Alter nimmt die Regenerationsfähigkeit der Bandscheiben ab. Degenerierte Bandscheiben werden flacher. Der Abstand zwischen den Wirbelkörpern nimmt ab. Die Spannung der Bänder, die zwischen den Wirbeln verlaufen, sinkt. In der Folge steigt die Beweglichkeit im betroffenen Segment. Das belastet die sogenannten Facettengelenke, die zwei Wirbelkörper miteinander verbinden, zusätzlich. Der Körper reagiert auf die Mehrbelastung mit knöchernen Anbauten am Wirbel. Die Bänder falten und verdicken sich, zusätzliches Bindegewebe wächst. Diese Prozesse verengen den Wirbelkanal und drücken das Rückenmark zusammen.

Aufgrund der krankhaften Veränderungen der Wirbelkörper und Bandscheiben verkleinert sich bei einer Spinalkanalstenose der Durchmesser des Wirbelkanals. Das durch den Wirbelkanal führende Rückenmark bzw. dessen Nervenenden werden zusammengedrückt, wodurch die typischen Beschwerden, wie Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen entstehen. In schweren Fällen können bestimmte Beinbewegungen nicht richtig oder gar nicht mehr ausgeführt werden. Im weiteren Verlauf kann es zu Querschnittsyndromen wie schlaffer Lähmung der Beine sowie Störungen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang kommen. Die Kompression der Nerven im Wirbelkanal kann mitunter zu einer dauerhaften Schädigung führen - im schlimmsten Fall zu einer Querschnittlähmung als Spätfolge.

Infoabend am 6. Juni ab 19 Uhr

Professor Dr. med. Tobias Pitzen, Chefarzt der Langensteinbacher Wirbelsäulenchirurgie referiert beim monatlichen Gesundheitstreff, den Infoabenden am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, über die Ursachen, Diagnostik und Therapie von Spinalkanalstenosen sowohl an der der Hals- wie auch der Lendenwirbelsäule. Er spricht über konservativen Behandlungsoptionen und welche OP-Methoden etabliert sind, wenn alle konservativen Therapien keine Verbesserung bringen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.